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Symbolbild Energiekrise: Aus kleinen Stapeln von Münzen wachsen Pflänzchen, am Ende leuchtet eine Glühbirne.

Steigende Energiepreise – wie Städte und Kommunen auf die Kostenexplosion reagieren

Bei Städten und Gemeinden steht das Thema Energiekosten aktuell weit oben auf der Tagesordnung. Um die Kostenexplosion in den Griff zu bekommen, gehen die Kommunen verschiedene Wege: Von reduzierter Straßenbeleuchtung bis zum Schließen von Stadtbädern ist alles dabei.

Die Stadt Weimar schaltet seit dem 1. Juni 2022 die Straßenlaternen abends 30 Minuten später ein und morgens 30 Minuten früher aus. Für den Winter ist geplant, das Licht der Laternen immerhin noch um 10 Minuten täglich zu reduzieren. Pro Jahr könnten so etwa 30.000 bis 40.000 Euro eingespart werden.

Dieses Energiesparkonzept ist so attraktiv, dass auch andere Gemeinden die Option genauer untersuchen, beispielsweise Coburg im bayrischen Oberfranken. Zudem will man prüfen, ob nicht auch die Beleuchtung weniger stark befahrener Straßen so umgerüstet werden kann, dass sie nur noch bei Bedarf eingeschaltet wird.

Die Beleuchtung von Straßen ist ein enormer Energiefresser: Nach Berechnungen des hessischen Wirtschaftsministeriums können die Stromkosten der Straßenbeleuchtung bis zu 50 Prozent der gesamten Stromkosten einer Stadt oder Gemeinde ausmachen.

Hoher Energieverbrauch durch Server

Der Berliner Senat hat eine eigene Arbeitsgruppe eingerichtet, um das Problem anzugehen. Sie erarbeitet Strategien, mit denen öffentliche Einrichtungen die Energiekrise am besten meistern können. Ziel ist es, etwa zehn Prozent der bisher genutzten Energie einzusparen – etwa durch die Umstellung auf LED-Beleuchtung und eine energieeffizientere Server-Infrastruktur, die Wartung von Heizungen und den Einsatz von Thermo-Fenstern.

In Berliner Schulen unterstützt das Institut für Umweltfragen (UFU) Hausmeister*innen dabei, das Energiemanagement zu optimieren, und die kommunalen Vivantes-Kliniken schulen Mitarbeitende derzeit via E-Learning, wie sich in den täglichen Arbeitsabläufen – etwa beim Einsatz von Verbrauchsmaterialien – noch mehr Energie sparen lässt.

Eingeschränkter Hallenbadbetrieb in Nürnberg

Der städtische Eigenbetrieb NürnbergBad hält in den Sommermonaten drei der vier kommunalen Hallenbäder geschlossen, um Energie zu sparen. Dafür wird die Badesaison in den Freibädern bis Ende September verlängert. Nürnbergs Hallenbäder verbrauchen normalerweise jährlich etwa 9,4 Millionen Kilowattstunden Fernwärme und 800.000 Kilowattstunden Gas. Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König unterstützt die Initiative der Bäderbetriebe, „denn die durch den Ukrainekrieg verursachte Energiekrise verlangt nach deutlichen Sparmaßnahmen. Wir müssen uns auf mögliche Einschränkungen der Gasversorgung rechtzeitig vorbereiten.“

Alternative Energiequellen nutzen

Aber auch alternative Energiequellen rücken für Kommunen wieder verstärkt in den Fokus: So versucht die baden-württembergische Gemeinde Sinsheim, die Gasknappheit durch eine Biomethan-Aufbereitungsanlage abzufedern, in der Energie aus Bioabfällen gewonnen wird. Für rund 10.000 Menschen bietet das Gas aus der Abfallverwertung eine umweltfreundliche Alternative zum Erdgas aus Russland.

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